Die letzte Clubausfahrt des Jahres begann am selben Ort und zur selben Zeit
wie die erste, allerdings mit deutlich reduzierter Besetzung und zwei Wochen
später als ursprünglich geplant. Allerorts waren seltsame und inakzeptable
Ausreden zu vernehmen, von Mitgliedern die lieber zangelten anstatt zu fahren
oder den Fuß hochlagern mussten (nämlich über den Dächern
von Linz, während einer Wanderung) oder sonst irgendwie krank waren. Einzig
Willi wurde es verziehen, dass er in England verweilte und eine
kurzfristige Anreise vielleicht doch etwas umständlich gewesen wäre.
Selber schuld, denn das Wetter sollte sich als grandios herausstellen.
So blieb es bei Michi mit Christian und Poldi, Ingo samt Brigitta, Martin (erstmals auf
E-Type), Birgit mit Wolf und mir als G.O. mit meinem Erzeuger am Beifahrersitz,
dem ich auch gleich das Kartenhalten anvertraute. So dauerte es auch keine 15
Kilometer, bis wir uns erstmals verfahren haben, wir fanden von Altlengbach
aber doch noch irgendwie nach Lilienfeld.

Von dort aus ging es über Kirchberg an der Pielach zum leicht verspäteten
Kuchenfassen in Mank, in einer Konditorei, wo allerhand verboten war.



Durch überraschend kurvenreiches Geläuf eilten wir in den Dunkelsteinerwald,
der sich in prächtigsten Herbstfarben präsentierte. Von Ingo im Seven
getrieben, blieb mir aber leider keine Zeit, diese zu dokumentieren. Wir überquerten
die Donau in Mautern und konnten uns bald darauf in St. Michael endlich zu Tisch
begeben, was schon dringend nötig war, nachdem Christian's Magen schon
lauter knurrte als der von ihm gefahrene und etwas unterkühlte Sunbeam
röhrte.





Daran sollte sich aber auch so schnell nichts ändern, denn die Küche
des Wirten stellte sich zwar als köstlich, aber auch teils schon leergefressen
und etwas langsam heraus, was die Stimmung der Meute kurzfristig sogar noch
unter das Niveau der Umgebungstemperaturen fallen ließ. Wahrscheinlich
hat Martin mit seinem Zwiebelschmalzbrot die ganze Partie aufgehalten, an unseren
restlichen Wünschen, die natürlich die perversesten Einträge
der Speisekarte umfassten, kann es jedenfalls nicht gelegen haben.
Endlich gesättigt überließ ich meinen Beifahrer in der Obhut
von Martin und machte ich mich auf den Weg zu einer fotogenen Kehre am Seiberer,
um die tapfere Delegation bei der Fahrt in heftigst herbstlichem Technicolor
abzulichten. Dabei kam mir auch ein wunderschöner Renault Alpine vor die
Linse. Leider auch ein Porsche Boxter, der sich als so unwürdig langsam
erwies, dass ich sein Foto gleich wieder löschen musste. Kurzschwanzler
halt.





Die ursprünglichen Pläne, auch den Jauerling zu bezwingen, mussten
wir kurzfristig fallen lassen, es war auch so schon spät genung und zu
Abendessen wollten wir uns schließlich nicht verspäten. Querfeldein
über Lichtenau nach Senftenberg eilend verabschiedeten wir uns langsam
aber doch von der Sonne und erklommen ein letztes mal Richtung Reichaueramt
einigermaßen lichte Höhen.



In Krems war die Kurvenfahrerei dann erledigt und ich versuchte verzweifelt
und in letzter Konsequenz auch erfolglos, die Truppe zu einem Aussichtspunkt
vor Krustetten zu führen, von dem aus sich ein grandioser Sonnenuntergang
erleben hätte lassen. Michi soll ihn sogar gesehen haben, also war das
planlose Herumgurken nicht ganz umsonst. Durch die Dämmerung und eine außergewöhnliche
Lichtstimmung leitete uns der Hunger auf schnellstem Wege nach Asperhofen, wo
uns Maria Fenzl mit köstlichen Steaks und Onkel Werner mit seinem Besuch
einen schönen Ausklang bereitet haben.

(Martin D)